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Wie beuge ich dem Parasitenbefall vor (Prophylaxe)?
I. Welche Hundeparasiten bedrohen den Menschen?
Eine Reihe von Parasiten ist nicht wirtspezifisch. Das heißt,
sie leben nicht nur auf oder in dem Tier, sondern können
auch auf den Menschen übertragen werden. Oder machen
einen Teil ihres Entwicklungszyklus am Menschen durch. Wenn
nicht auf die Gesundheit des Tieres geachtet wird und nicht
Minimalanforderungen an die Hygiene gestellt werden, entstehen
gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier. Die durch
vom Tier übertragenen Parasiten und dann zur Erkrankung
führenden Parasiten beim Menschen werden auch Zoonosen
genannt.
Eine der wichtigsten Zoonosen ist die Echinococcose und die
Erkrankung durch den Befall der Ruhramoeben. Auch der Befall
mit Spulwürmern und der Hakenwürmer stellen eine
ernstzunehmende Zoonose dar. Hier sollten Sie die Vorsichtsmaßnahmen
besonders sorgfältig beachten. Denn nur ein nicht infiziertes
Tier stellt kein Risiko für den Halter und seine Familie
dar. Auch die Wirkung der anderen hier aufgelisteten Erreger
ist insbesondere bei Massenauftreten und bei Kontakt der Tiere
mit Kleinkindern oder immungeschwächten Personen mehr
als nur belästigend und muss Beachtung finden.
II. Wie schütze ich meine Familie und mein Tier vor Parasiten?
Neben den für jeden Parasiten spezifischen Vorbeuge-
und Abwehrmaßnahmen lassen sich einige allgemeingültigen
Maßnahmen leicht durchführen. Diese hier aufgestellten
10 Regeln minimieren das Infektionsrisiko für das Tier
und als Folge auch für den Halter. Die im Folgenden vorgeschlagenen
allgemeinen Maßnahmen unterbrechen oder behindern zumindest
die Infektionswege, so dass es nicht zu einer Massenausbreitung
von Parasiten kommt.
A. Nahrung
Tieren sollte Nahrung nur in abgekochter Form angeboten werden.
Durch erzieherische Maßnahmen sollte ihnen die unkontrollierte
Aufnahme von Getier (Mäusen, Schnecken etc.) abgewöhnt
werden. Nahrung darf nicht zu lange im Napf liegen, damit
sich keine Fliegenlarven einnisten und ausbreiten können.
Vor allem im Sommer bei den hohen Temperaturen ist darauf
zu achten, dass der Futternapf häufiger als gewohnt gesäubert
wird.
B. Beseitigung des Kotes
Bei Zwingerhaltung einzelner oder mehrerer Hunde sollten die
Fäzes täglich entfernt werden und der Boden und
die Wände einmal wöchentlich mit heißem Dampfstrahl
(60 °C) gesäubert werden.
In der Wohnung reicht eine Bodenreinigung mit heißem
Wasser und regelmäßiges Staubsaugen. Wobei man
bei Bedarf auch mal ein Insektizid in den Staubsaugerbeutel
füllen sollte (Vorsicht bei Allergikern).
C. Fernhalten des Hundes von fremden Hundekot bzw. Humanfäzes
Bei Leinenführung ist darauf zu achten, dass Tiere keinen
Kontakt zu anderen Human- bzw. Tierfäzes bekommen. Viele
Infektionsstadien sind mikroskopisch klein und können
an der Nase haften bleiben und so mit der Zunge aufgenommen
werden (z.B. Wurmeier).
D. Fernhalten von unbekannten Hunden
Da viele Infektionsstadien (Wurmeier) etc. fein im Fell verteilt
sein können und sich dort auch die Ektoparasiten (Läuse,
Flöhe, Milben) aufhalten, ist der Körperkontakt
zu unbekannten und, insbesondere in südlichen Urlaubsgebieten,
zu streunenden Hunden zu meiden.
E. Behandlung mit Antiparasitaria
Bei Aufenthalt im Freien und damit verbundenen Durchstreifen
von Gräsern und Buschwerk sollte ein Spot on gegen Parasiten
eingesetzt werden. Ungezieferhalsbänder sind nicht unbedingt
zu empfehlen. Denn es ist bei Ungezieferhalsbändern Vorsicht
mit Kleinkindern geboten. Auch wird die Haltbarkeit der Halsbänder
durch Schwimmen und Regen extrem verkürzt. Auch ein Kämmen
nach einem Spaziergang führt zu einem minderen Schutz,
da der Wirkstoff herausgekämmt wird. Deshalb sind Spot
ons, Mittel die in den Nacken aufgetragen werden, eher zu
empfehlen.
F. Säubern der Lagerstätte (Decken) im Haus
Da sich Flohlarven und anderes Ungeziefer gern in der Lagerstätte
aufhalten, sollte diese regelmäßig mit heißem
Wasser und Desinfektionsmittel gesäubert werden. Es gibt
Mittel gegen Parasiten, die mehrere Monate wirken.
G. Persönliche Sauberkeit im Umgang mit den Tieren
Insbesondere Kinder sollten sich nach dem Streicheln und vor
den Mahlzeiten die Hände waschen. Das gilt besonders
für Hunde die man nicht kennt, wie z. B. streuende Hunde
im Urlaub.
H. Regelmäßige Kotuntersuchungen
Nach Urlaubsaufenthalten, aber auch in regelmäßigen
Abständen von 3 – 4 Monaten sollte der Kot untersucht
werden. Alternativ kann man eine Wurmkur durchführen.
I. Regelmäßige Fellpflege
Durch eine regelmäßige Fellpflege (Waschen, Kämmen,
Bürsten) wird eine Ausbreitung von Ektoparasiten in der
Wohnung minimiert.
J. Sorgfältige Beobachtung
Man sollte das Tier aufmerksam beobachten. Wie schon im ersten
Artikel geschildert, lässt sich ein Parasitenbefall auch
schon frühzeitig am Verhalten feststellen und dann meist
problemlos beseitigen.
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